Client: arte | wdr
Year: 2018
Production: florianfilm

Maries Leben wäre ganz gewöhnlich, würde da nicht ab und zu Karl Marx mit ihr sprechen. Ob im Supermarkt oder an der Imbissbude – Marx taucht immer wieder in Maries Alltagsleben auf. Er ist überall, genau wie seine Thesen und seine Kritik an der politischen Ökonomie, die heute noch immer brandaktuell ist. Aber wenn Marie Marx trifft, heißt das nicht, dass beide einer Meinung sind.

Marie ist schockiert von den unvorstellbaren Geldsummen, mit denen in der Weltwirtschaft operiert wird. Warum Geld ein so wichtiger Motor des Kapitalismus ist und wie sich die Verhältnisse in den letzten Jahrzehnten so überschlagen konnten, weiß Marx. Aber ohne Geld geht es auch nicht, oder?

5x 6min

Marx befürchtet, dass Ausbeutung und entfremdete Arbeit noch immer ein aktuelles Problem darstellen und nur eine andere Form haben als noch vor 150 Jahren. Marie hält das zunächst für Schnee von gestern. Sie erkennt aber auch, dass Marx’ Idealvorstellung von Arbeit ihrer eigenen gar nicht so fern ist: Vor allem frei und selbstbestimmt soll sie sein.

Als Marie im Supermarkt einkauft, dröhnt plötzlich Marx’ Stimme aus dem Lautsprecher. Seine wilde These: In unserer globalisierten Welt umgeben uns Waren nicht nur überall, sogar wir werden irgendwann „warenförmig“. Marie sieht das etwas entspannter, aber vielleicht hat Marx gar nicht so unrecht?

Diktatur des Kapitals und eine Gesellschaft, die warenförmig wird: Können wir denn nichts dagegen tun? Das fragt sich Marie und merkt schnell, dass sie und Marx ganz unterschiedliche Vorstellungen von politischem Widerstand haben. Wer hat Recht? „Generation Occupy“ oder der Theoretiker Marx?

Marie fragt sich, ob in der Philosophie noch Antworten auf die großen Fragen des Lebens zu finden sind. Eine bessere Welt durch geistige Ideale? Warum nicht, schließlich boomen philosophische Ratgeber doch wie noch nie zuvor.Marx sieht das anders und bleibt dabei, dass unser Denken vor allem durch unsere materielle Situation geprägt ist.